Mit Christus gekreuzigt
Im 6. Kapitel des Römerbriefes wird uns die Art und Weise geoffenbart, in der Gott mit dem alten Wesen des Fleisches verfährt. Gott hat in Seiner unermesslichen Güte nicht nur dafür gesorgt, dass wir ohne zu sterben wieder in Seine Gegenwart treten dürfen, Er hat auch dafür gesorgt, dass die Wurzel unseres Fleisches, das durch die Sünde äußerst verderbte Wesen «in Adam», durch eine neue Ordnung abgelöst und ersetzt wird. Im Leben eines Christen sollte es nicht nur zur Erfahrung der Vergebung begangener Sünden kommen (davon redet vor allem das dritte Kapitel), so groß diese Erfahrung auch immer von Fall zu Fall sein mag. Gott möchte nicht nur Vergebung schenken, sondern uns grundsätzlich von der Macht und Herrschaft der Sünde freimachen. Wer nur von Vergebung weiß, sündigt weiter, ist immer noch «unter der Sünde». Das Fleisch ist nicht fähig, die göttlichen Gedanken und Wege zu erfassen. Es zieht seine eigenen Schlüsse: Wenn Gott doch so gnädig ist, dass Er uns alle unsere Sünden vergibt, dann ist es Ihm eine Ehre, wenn Er viele Sünde vergeben und immer wieder vergeben kann. «Sollten wir in der Sünde verharren, auf dass die Gnade überströme?» Paulus weist diesen Gedanken weit von sich: «Dies geschehe nur ja nicht!» «Das sei ferne!» Das ist eine Täuschung. Sündiges Wesen verträgt sich nicht mit der Heiligkeit Gottes. Wer in Gemeinschaft mit Gott leben will, muss mit der Sünde brechen. «Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollten wir noch in derselben leben?» Paulus redet hier von einer neuen Tatsache. Bisher hat er aufgezeigt, wie Christus für uns Gottlose gestorben ist zu unserer Rechtfertigung vor Gott. Sein Tod hatte bisher einen rein objektiven Charakter: Christus starb für uns, durch den Tod Seines Sohnes sind wir mit Gott versöhnt worden. Jetzt führt er uns tiefer in die göttliche Wahrheit ein: Er zeigt, dass wir, die wir in Adam sündigten, in Seinen Tod eingeschlossen sind. In Seinem Leibe am Kreuz vereinigte Er alles, was «in Adam» ist, um es in den Tod zu bringen, um etwas völlig Neues hervorzubringen, nämlich das, was später «in Christus» genannt wird. Am Kreuz ist unser alter Mensch mit Christus gestorben, und zwar nicht nur im allegorischen Sinne, sondern wirklich, real. «Wir sind der Sünde gestorben», dies ist ein fester, unumstößlicher Tatbestand. Durch den Tod Christi sind wir dem Herrschaftsbereich der Sünde gestorben. Darum kann der Apostel erstaunt die Frage stellen: «Wie sollen wir noch in derselben leben?» In Vers 3 führt er diesen Tatbestand noch weiter aus, indem er ihn mit der Taufe verbindet: «Oder wisst ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft worden, auf (in) Seinen Tod (hinein) getauft worden sind?» Die Taufe ist das Siegel auf unser Mitgekreuzigtsein mit Christus! Es versteht sich von selbst, dass es sich hier nur um die Taufe handeln kann, die auf die Wiedergeburt eines Menschen folgt. Indem ich mich taufen lasse, bekenne ich mich als mit Christus gekreuzigt und begraben, als dem alten Wesen - tot in Sünden - gestorben, um nun mit Christus lebendig gemacht, im neuen Wesen des Geistes Gott zu leben. Die Taufe ist das Begräbnis unserer Natur «in Adam». Diese Einsicht lässt sich nicht auf die Praxis der Kindertaufe anwenden. Und darum ist die Kindertaufe ihrem Geiste nach nicht biblisch, auch wenn sie sich theologisch hinreichend begründen lässt.
Aber das Sterben der alten Natur «in Adam» ist nur die eine Seite. Der Tod musste eintreten, um etwas Neuem Platz zu machen: «So sind wir nun mit Ihm begraben worden durch die Taufe auf (in) den Tod, auf dass, gleichwie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, also auch wir in Neuheit des Lebens wandeln». Welch unergründliche Weisheit Gottes! Welch unerhörte Liebe und 'Gnade von seiten dessen, dessen Heiligkeit es erforderte, uns völlig zu vernichten! So real, wie wir in Christus gekreuzigt wurden und so unser altes Wesen in den Tod gebracht worden ist, so real gibt Gott uns ein neues Leben. Dieses neue Leben ist keine Forderung. Wir bringen aus uns selber kein gottgemäßes Leben hervor. Es ist eine Gabe. Gott ermöglicht uns dieses neue Leben. Es ist seiner Qualität nach «ewig», d.h. es ist das Leben des zukünftigen Äons, das Leben aus Gott, das uns mitgeteilt wird durch den Heiligen Geist.
Diese herrliche Wahrheit ist so überwältigend, dass sie nicht auf Anhieb zu fassen ist. Der Heilige Geist findet es nötig, sie zu befestigen. «Denn wenn wir mit Ihm einsgemacht worden sind in der Gleichheit Seines Todes, so werden wir es auch in der Seiner Auferstehung sein, indem wir dieses wissen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, auf dass der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen». Wir sind mit Ihm einsgemacht worden! Wir wollen uns dies gut merken. Es ist nicht unsere Aufgabe, mit Christus zu sterben. Keine noch so große Anstrengung, keine noch so große Versenkung in die göttliche Wahrheit bringt das zustande. Es ist und bleibt eine ewige Tatsache: Als Christus starb, bin auch ich gestorben. Keinen Tag früher und keinen Tag später. Sein Tod schließt auch meinen Tod in sich. Es ist ein und derselbe Tod. Wir müssen hier klar den doppelten Aspekt des Kreuzestodes Christi auseinanderhalten. Unsere Rechtfertigung hat Christus völlig allein, unabhängig von uns, vollzogen. Sie ist ganz allein Sein Werk. Aber im Blick auf unsere Befreiung sind wir in Sein Sterben miteinbezogen. Wir sind mit Ihm gestorben. Sein Tod ist unser Tod. Christi Tod am Kreuz und unser Tod an seinem Kreuz ist ein und derselbe. Dies ist kein theologischer Grundsatz, sondern offenbarte Wirklichkeit. Wie komme ich aber in den Genuss derselben? Wie wird in meinem Leben denn die Zeitspanne von fast zweitausend Jahren überbrückt, so dass dieser Tod sich in meinem Leben auszuwirken beginnt? Diese Zeitspanne braucht gar nicht überbrückt zu werden. Indem Gott Seinen Sohn hat Mensch werden lassen, hat Er alles, was Mensch heißt, in Ihm verkörpert, hat Er auch mich, der ich später aus demselben Fleisch geboren werden so I Ite, mit Seinem Fleische einsgemacht und ans Kreuz schlagen lassen, so dass ich völlig real und materiell in Seinem Tode eingeschlossen bin. Die Frage meines Gekreuzigtseins ist erledigt. Ich darf es gläubig als ewige Tatsache annehmen, Gott dafür danken und von jetzt an dementsprechend leben. Der Heilige Geist enthüllt mir dieses Geheimnis und macht es meinem Geiste völlig gewiss: «indem wir dieses wissen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist». Dieses Wissen wirkt der Heilige Geist. Es ist dies nicht ein verstandesmäßiges Wissen, das wir uns durch Lernen angeeignet haben. Es ist ein intuitives Wahrnehmen in unserem Geiste, dass die Dinge sich wirklich so verhalten, wie sie uns verkündigt werden. Es ist ein Wissen, das auf Offenbarung beruht. Und es ist der Heilige Geist, der es uns offenbart: «Von dem Meinen wird Er es nehmen und euch verkündigen». Er ist es auch, der diese Tatsache in unserem Leben zur Auswirkung bringt. Die Jünger sind nach der Erhöhung ihres Meisters ganz auf die Wirksamkeit des Heiligen Geistes angewiesen. Ohne Ihn bleiben wir im psychischen Raum stecken, und unser Glaube unterscheidet sich in nichts von irgend einer Weltanschauung. Glücklich derjenige, dem dieses göttliche Wissen geschenkt wurde. Dieses Wissen ist ein notwendiger Schritt in unserer geistlichen Entwicklung. Keiner kommt weiter, der nicht weiß, was effektiv mit ihm geschehen ist. durch dieses geoffenbarte Wissen wendet der Heilige Geist unser Mitgekreuzigtsein mit Christus an Seinem Kreuz auf unser jetziges Leben an und macht diese Tatsache wirksam. Es ist der erste Schritt zum Wandel im Geist. Durch diesen Vorgang - durch unser Mitgekreuzigtsein und dessen Anwendung durch den Heiligen Geist - ist der Leib der Sünde abgetan, erledigt. Er ist zwar noch da, aber er ist im Tod Christi und soll dort bleiben. Damit sind wir fähig, der Sünde nicht mehr zu dienen. Und dies ist der ausdrückliche Wille Gottes: unsere Heiligkeit (1. Thess. 4,3). Gott gibt sich nicht mit weniger zufrieden. «Wir wissen, dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt», sagt Johannes. Dies ist zwar ein gefährliches Wort, und man darf es gewiss nicht leichtfertig anwenden. Aber dennoch stellt es eine Tatsache fest: Es ist nicht normal, wenn Gotteskinder sündigen. Das Normale ist, dass sie nicht sündigen, denn sie sind aus Gott geboren. Es heißt nicht, dass Gläubige nicht mehr sündigen können, weil der Leib der Sünde ja abgetan sei. Dies ist eine Verdrehung des Fleisches, ähnlich derjenigen am Anfang dieses Kapitels. Solange wir in dieser Welt leben, bleibt auch die Versuchung zur Sünde für die Gotteskinder bestehen, und der Wandel des Christen im Geist vollzieht sich im täglichen Kampf des Widerstandes. Aber Gott hat uns Waffen gegeben, um diesen Kampf auszufechten und daraus als Überwinder hervorzugehen.
Nun wird es klar und umfassend ausgesprochen: «Denn wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde». Etwas Grundsätzliches hat aufgehört. Die Herrschaft einer Lebensmacht ist gebrochen und unwirksam gemacht worden. Aus dem Wissen heraus, dass wir mit Christus gestorben sind, wächst dann das zuversichtliche Vertrauen, dass wir «auch mit Ihm leben werden», weil nicht nur die Sünde unwirksam wurde, sondern auch das Mittel, durch das sie ihre schreckliche Herrschaft ausübte, nämlich der Tod. Christus lebt ein Leben ohne Tod! «Der Tod herrscht nicht mehr über Ih». Sein Tod, und unser Tod mit Ihm, hat etwas Endgültiges: «Ein für allemal ist Er der Sünde gestorben». Sein Leben ist jetzt völlig und rein göttlicher Natur: «Was Er lebt, lebt Er für Gott». Und dasselbe wendet der Heilige Geist auf uns an: «Also auch ihr, haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus». Dasselbe Leben, das Christus jetzt «für Gott» lebt, beherrscht uns. Wie wir vorher völlig und leibhaftig in Adam waren, so sind wir nun durch Gottes Handeln ebenso völlig und real «in Christus». Dies ist ein Wunder. Dies lässt sich nicht verstandesmäßig begreifen. Der Geist jedoch schenkt uns das «Wissen», und in diesem Wissen die Wirksamkeit dieses Lebens und Seins «in Christus». 0 welch eine Tiefe göttlicher Gnadenwirkungen! Wer kann jemals ganz begreifen, was uns in Christus geschenkt wurde? Was Sein Kreuz und Seine Auferstehung für uns bedeuten? Lasst uns niederfallen und Gott anbeten bei dieser Überfülle von Güte und Barmherzigkeit! Wir müssen beim 11. Vers noch etwas länger verweilen. V. 10 und V. 11 gehören eng zusammen: «Was Er aber lebt, lebt Er Gott. Also auch ihr...» Unser Leben als Christen muss dem Leben Christi entsprechen, das Er für Gott lebt. Wir haben kein anderes Leben empfangen als das, das Er lebt in Seiner Erhöhung beim Vater. Es ist ein Leben ohne Sünde, ein Leben in der Kraft und Herrlichkeit Gottes, ein Leben des Sieges. Aber dieses Leben haben wir nicht in uns selbst. Die Schrift sagt deutlich: «Und dieses Leben ist in seinem Sohne» (1. Joh. 5,11). Wir können nur «in Christus» so leben, wie es Gott gefällt. Genauso, wie wir in und mit Christus gekreuzigt und von der Sünde freigesprochen sind, genauso können wir nur in und mit Christus Gott leben. Wenn wir auf uns und unsere Erfahrungen blicken, sehen wir nur, was «in Adam», im alten Menschen, ist. Da sind lauter Lüste und Begierden und Neigungen, die nur auf eine Gelegenheit warten, um sich auf die alte Weise auszutoben. Wenn wir auf uns blicken, dann ist alles «Alte» lebendig wie eh und je. Das «dafür halten» gründet sich auf eine unumstößliche Tatsache, die in Christus völlig gewiss und real vorhanden ist: Unser alter Mensch ist mitgekreuzigt. Der Leib der Sünde ist abgetan (unwirksam gemacht, ausgeschaltet). Er existiert nach wie vor, und wann immer er die Möglichkeit hat, erhebt er seine alten Ansprüche. Aber er ist beseitigt, in Christus hat er keine Möglichkeit, keinen Raum, sich breitzumachen und sein sündhaftes Wesen zu leben. An seiner Stelle ist ein innerer Mensch geboren worden, der nicht sündigt, der «in Christus» lebt und der den Menschen in seiner Ganzheit für Gott beanspruchen will. Davon ist in Römer 7 und 8 ausführlicher die Rede. Das ganze Werk Gottes an uns und durch uns konzentriert sich nun auf diesen inneren Menschen. Er soll gestärkt und täglich erneuert und entfaltet werden. Er ist fähig, den Willen Gottes wahrzunehmen und zu tun. Dieser innere Mensch entspricht unserem erneuerten Geist, es ist Christus in uns, oder «der in uns wohnende Geist», wie Paulus Ihn im Römerbrief nennt. Über diesen inneren Menschen hat der Tod keine Macht. Der Tod trifft nur noch den äußeren Menschen, den alten Menschen, das, was in Adam durch das Kreuz in den Tod Christi gebracht wurde. Das Leben, das der Geist Gottes uns mitteilt, ist ewig, seiner Qualität wie seiner Dauer nach.
Das Wort, das einige mit «dafür halten» übersetzt haben, stammt aus der antiken Buchhaltung: «Iogizomai». Es bedeutet ganz einfach: «rechnen, buchführen, mit Zahlen umgehen, kalkulieren». Zahlen sind unumstößliche Fakten. Wenn wir irgend etwas behaupten, kann man uns glauben oder nicht. Sobald wir aber mit festen Zahlen hervorrücken, kann uns niemand mehr widersprechen. Vor nichts haben die Menschen mehr Respekt als vor blanken Zahlen. Kreuz und Auferstehung sind solche göttlichen Fakten. So gewiss zwei und zwei vier ergeben, so gewiss ist Christus am Kreuz und wir mit Ihm gestorben und auferstanden. Gott sagt uns dies klar in Seinem Wort. Noch einmal: Wie werden diese Fakten für uns wirksam? Wie erfahren wir sie? Das erste hat uns Vers 6 gezeigt: «indem wir wissen...» Der Heilige Geist macht uns diese Fakten völlig gewiss. Er bestätigt uns, dass das wahr ist, was wir lesen. Dieses Wissen gründet sich nicht auf Lehre oder Kenntnis, sondern auf Offenbarung. Der zweite Schritt steht hier vor uns: «Haltet euch der Sünde für tot». Rechnet mit diesen göttlichen Fakten. Streicht eure Erfahrungen, eure Überzeugungen aus eurer Rechnung und setzt diese durch den Heiligen Geist bestätigten göttlichen Fakten ein. Sie sind zuverläßig. Die Rechnung wird aufgehen. Ihr seid in Christus. Und alles, was in Christus ist, ist euer. Das ist nichts anderes als Glaube. Der Glaube ist ein Rechnen, ein Buchhalten mit göttlichen Fakten. Wir werden aufgefordert, anzuwenden, was wir bereits haben: «Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus».
Daraus nun folgt als natürliche Forstsetzung Vers 12: «So herrsche denn nicht die Sünde in eurem sterblichen Leibe, um seinen Lüsten zu gehorchen»; hier ist aller Schwärmerei der Riegel geschoben. Die Sünde als Prinzip und Macht ist nicht beseitigt. Wo immer sie geduldet wird, herrscht sie. Der sterbliche Leib ist nach wie vor eine Realität. Die Lüste dieses Leibes sind da. Sie bleiben die ständige Versuchung des Christen. Darüber darf man sich nicht hinwegsetzen. Wir müssen stets daran denken, dass durch die Beikehrung und die Wiedergeburt die Natur des Fleisches nicht verändert wird. Fleisch bleibt Fleisch. Was aus dem Fleisch hervorgeht, ist fleischlich und trägt den Makel der Sünde auf sich. Aber die Glieder unseres Leibes und der Seele (Verstand, Wille, Gefühl) sind freigeworden von der Herrschaft der Sünde und vom Willen des Fleisches. Sie sollen durch das göttliche Werk «in Christus» nicht mehr der Sünde zur Ausübung ihrer Herrschaft zu Verfügung stehen als «Werkzeuge der Ungerechtigkeit». Wir werden aufgefordert, sie Gott hinzugeben zu Sei ner Verf ügung. Und dies ist der dritte Schritt zum geistlichen Wachstum: «Stellet euch selbst Gott dar als Lebende aus den Toten, und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit». Solange wir noch unter der Herrschaft der Sünde leben, hilft es uns nichts, wenn wir unsere Glieder Gott hingeben wollen. Wir können das tausendmal versuchen, wir bleiben im Dienst der Sünde. Vorausgehen müssen der erste und der zweite Schritt: das geoffenbarte Wissen und das Rechnen mit den göttlichen Fakten. Dann sind unsere Glieder freigeworden, um in den Dienst Gottes zu treten. Eine solche Hingabe wird Gott belohnen. «Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade». Wie herrlich ist das Wort Gottes. Es fordert uns nicht nur auf, unsere Glieder Gott hinzugeben, sondern es gibt uns auch gleich die Verheißung, dass die Sünde nicht mehr über uns herrschen wird! Das soll uns Mut machen, gegen alle Intrigen des Feindes, mit denen er uns die göttlichen Tatsachen in Zweifel ziehen möchte, mit diesen Fakten zu rechnen und uns Gott zum Dienst der Gerechtigkeit zur Heiligkeit hinzugeben. Durch Glauben wird die Verheißung wahr. Die Verse 15-23 sind eine Wiederholung und Vertiefung dessen, was bereits gesagt wurde. Ich lasse sie hier auf sich beruhen. Der Herr muss uns die Augen öffnen für diese göttlichen Zusammenhänge. Sein Erlösungswerk in Christus ist vollkommen. Die drei ersten Schritte machen noch einen vierten notwendig: «Wandelt im Geist, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen» (Gal. 5,16). Davon ist im achten Kapitel des Römerbriefes die Rede.
Wir wollen die göttliche Wahrheit im Gehorsam aufnehmen und darin leben. So werden wir zu Menschen, die völlig in Gott gegründet sind und dem entsprechen, was Gott sich vorgesetzt hat.