Der geistliche Christ von Watchman Nee ist ein Buch das seit 1985 nicht mehr gedruckt wurde und das auch auf dem Gebrauchtmarkt so gut wie gar nicht mehr zu bekommen ist. Aber jetzt die gute Nachricht: Es ist wieder verfügbar. Als ich dieses Buch nach langen Suchen durch zufall bekommen habe, habe ich mich entschlossen dieses Buch dem Leib Christi wieder zur verfügung zu stellen und habe deshalb das ganze Buch am Computer eingesannt und aus den Bildern das Buch neu gesetzt. Aus Zeitgründen (und wegen des Scannens) sind leider noch viele Rechtschreibfehler vorhanden. Hier ist die einzige Möglichkeit im gesamten Internet, dieses Buch kostenlos herunterzuladen:

Download: Watchman Nee – der Geistliche Christ

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Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen
Mit meinem Gott kann ich alles überwinden
Mit meinem Gott kann ich gegen Kriegsvolk rennen
Denn meinem Gott ist kein Ding unmöglich

Er ist stark, in meiner Schwachheit
Seine Gnade ist alles was ich brauch
Er ist mein mächtiger Retter
Ihm allein gehöre ich

 

Diese beiden Predigten zeigen die Realität der unsichtbaren Welt

 
 

Ist die unsichtbare Welt real? Gibt es Dämonen und können Christen von Dämonen beeinflusst werden?

 
 

Eine Predigt, die erklärt, worauf es wirklich ankommt, warum wir uns immer auf alle möglichen Nebensächlichkeiten ausrichten und das vergessen, was Gott wirklich am Herzen liegt.

 

Brüder und Schwestern, dies ist die LAUWARME GENERATION. Du mußt kein Theologe sein, um zu verstehen, daß das Laodicea-Zeitalter angebrochen ist, von dem Jesus prophezeite, daß es in den letzten Tagen kommen würde. Vergleicht einfach nur das, was Jesus über die lauwarme Laodicea-Gemeinde sagt, mit dem, was heutzutage die Gemeinde von Jesus Christus genannt wird. Jesus warnt, daß wer Ohren hat, besser zuhören sollte, was der Heilige Geist über dieses religiöse System sagt.

Jesus warnte ganz deutlich, daß sich in den letzten Tagen der Zivilisation eine Gemeinde entwickeln würde, die damit prahlen würde, daß sie reich sei, wachse und an Mitgliedern zunehme und unabhängig sei. Mit anderen Worten eine Gemeinde mit großem Einfluß, die an Sichtweite und Macht zunimmt, während sie jegliche Berichtigung oder Überprüfung ablehnt. Jesus sagte über diese Gemeinde: “Du sprichst: Ich bin reich (wohlhabend) und habe gar satt und bedarf nichts!” (Offb. 3:17). Wie traurig, daß diese arrogante und prahlerische Gemeinde von so vielen unkritischen Christen als die herrliche Gemeinde der letzten Tage voller Kraft und Herrschaft angekündigt wird, welche die Welt unterwerfen und den König Jesus zurückbringen wird. Das ist die Laodicea-Lüge! Eine liebe Seele schrieb das Folgende: “Bemerken Sie nicht, mein Herr, daß unser nächster Präsident ein in Zungen sprechender, geisterfüllter Mann sein wird? Wissen Sie nicht, daß alle diese großartigen Bauprojekte der Evangelisten von Gott bestimmt sind? Der Herr bildet Führer aus, die gewaltige Projekte durchführen, so daß sie in Regierungspositionen kommen können, wobei sie alles über das höhere Finanzwesen und das Bauwesen gelernt haben. Die Kirche wird die Regierung übernehmen, geisterfüllte Führer werden die Gesetze machen und Abtreibung, Pornographie und Kriminalität abschaffen. Gott hat eine mächtige Kirche geschaffen, die jetzt die Herrschaft übernimmt.”

Das Hauptelement bei diesem Konzept des “Königreichs Gottes auf Erden” ist das einer perfekten, gerechten Regierung, die alle Nationen umfaßt; unter der alle Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Streit aufhören werden, wo man die Leiden der Armut nicht mehr kennen wird, und wo alle Menschen in Frieden und Wohlstand wie Geschwister leben werden.

Was mich beunruhigt ist, daß viele Fundamentalisten jetzt ähnliche “optimistische” Ansichten über die Rolle der modernen amerikanischen Kirche teilen. Es scheint mir so, als ob sie prahlen würden: “Wir haben es geschafft! Wir haben 30 bis 40 Millionen evangelische Mitglieder. Wir haben charmante, beliebte und redegewandte Führer. Wir haben das Geld, das Können und eine wachsende Anzahl an Mitgliedern, die uns beitreten werden; laßt uns die Herrschaft übernehmen!” Ich habe gehört, wie sich Pastoren von großen charismatischen Gemeinden rühmten: “Ich werde die größte Gemeinde in Amerika aufbauen, denn Mitgliederzahlen bedeuten Macht und Einfluß. Wir müssen eine Kirche haben, die groß und mächtig genug ist, um die Moral und den Willen Gottes in unserer Nation und in unseren Gemeinden durchzusetzen.” Das ist so unverfroren, so prahlerisch!

Diese stolze, reiche und arrogante Kirche trachtet jetzt nach der Macht. Nicht nach der Macht Gottes sondern nach der politischen Macht. Sie trachtet nach dem Weißen Haus, dem Kongreß und dem Obersten Gerichtshof. Da wir es nicht geschafft haben, eine Jona-ähnliche Erweckung der Reue und eine Änderung in den Herzen der Menschen herbeizuführen, werden wir, wie einige behaupten, die Zügel der Regierung in die Hand nehmen und eigene Gesetze über Gerechtigkeit erlassen. Es klingt so fromm, so geistlich und so schwerwiegend. Wie Israel schreien viele vom Volk Gottes nach einer weltlichen Kanzel mit einem geistlichen Führer, der die fest verwurzelten Kräfte des Bösen ausreißen und ein neues Moralsystem legalisieren wird. Der anklagende Zeigefinger von donnernden Propheten und weinenden Wächtern muß durch den raffinierten Stift christlicher Kongreßabgeordneter, die moralische Gesetze erlassen, ersetzt werden.

Ob ihr es glaubt oder nicht, das ist genau die Gemeinde, die Gott aus seinem Mund ausspeien wird
Gott ist von der aufgeblasenen Selbsteinschätzung dieser Gemeinde überhaupt nicht beeindruckt. Die lauwarme Laodicea- Gemeinde ist für keine Art von Herrschaft, Macht und Autorität bestimmt. Sie ist für das Gericht bestimmt! Es ist die schlimmste Art von geistlicher Blindheit, wenn man mit denjenigen übereinstimmt, die damit prahlen, daß die moderne amerikanische Kirche, charismatischer oder anderer Art, vor ihrer besten Stunde steht. Was für ein unglaublicher Mangel an gesitlichem Verständnis. Ich zum Beispiel muß damit übereinstimmen, was Jesus über die Gemeinde der letzten Tage sagt.

Jesus reißt die Fassade herunter und deckt die Wahrheit über die Laodicea-Gemeinde auf. Sie ist nicht das, was sie zu sein glaubt – sie ist nicht das, was sie behauptet. Sie ist nicht reich sie ist arm! Sie ist nicht am Wachsen – sie ist elend und gerade dabei, für immer abgeschnitten zu werden! Sie ist nicht stark und hat nicht alles – vielmehr ist sie nackt und schändlich! Sie ist keine Gemeinde mit einer neuen Offenbarung und einem tiefen Verständnis der Heiligen Schrift – Jesus sagte, daß SIE BLIND IST! Sie wird nicht das Sprachrohr für die Herrschaft Christi auf Erden sein, sondern vielmehr der Gegenstand Seines Zorns und Seiner Abscheu.

Die Gemeinde Gottes ist ein siegreicher, verachteter und verfolgter Überrest.
Ihr könnt sicher sein, daß Gott in dieser letzten Zeit ein Volk für sich selbst hat, aber es ist ein verachteter, heiliger und von der Welt getrennter Überrest. Dieses heilige Restvolk wandelt im Licht und erfreut sich an eines großen Unterscheidungsvermögens. Diese Menschen sehen die moderne Laodicea-Gemeinde durch die Augen von Jesus Christus, und sie lassen sich nicht durch den Prunk, die Größe und den äußerlichen Glanz der allgemein beliebten Religion täuschen. Die wahre Gemeinde ist unsichtbar; sie ist bußfertig, und sie sehnt sich nach der Wiederkehr Christi, des Geliebten. Die wahre Gemeinde kann sich unmöglich an der Gunst und dem Wohlwollen der Welt erfreuen. Glauben wir nun dem Wort Gottes und erzittern davor oder nicht? Wann werden wir uns endlich mit dem abfinden, was laut der Warnung von Jesus Christus für diejenigen bereitet sein wird, die sich selbst verleugnen, ihr Kreuz auf sich nehmen und Ihm nachfolgen? Jesus sagte:

“Wenn euch die Welt hasset, so wisset, daß sie mich vor euch gehaßt hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasset euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat” (Joh. 15:18-21).

Als Jesus darüber sprach, was den Heiligen in den letzten Tagen geschehen würde, sagte Er:

“Aber vor diesem allem werden sie die Hände an euch legen und euch verfolgen und werden euch überantworten in ihre Synagogen und Gefängnisse und vor Könige und Fürsten ziehen um meines Namens willen” (Luk. 21:12).

Weiterhin warnte Jesus vor Verrat: “… sie werden euer etliche töten. Und ihr werdet gehaßt sein von jedermann um meines Namens willen” (Luk. 21:16,17).

Paulus erklärt nachdrücklich: “Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden” (2. Tim. 3:12).

Für die wahre Gemeinde oder einige ihrer Führer ist es absolut unmöglich, von der Welt anerkannt oder akzeptiert zu werden. Ein gottesfürchtiger Mensch oder eine gottesfürchtige Gemeinde wird von der Welt, ihren Königen und Herrschern verfolgt und verleumdet werden. Jesus wird keine Ausnahmen zu dieser Regel erlauben denn Er warnte:

“Weh euch, wenn euch jedermann wohlredet! Desgleichen taten ihre Väter den falschen Propheten auch” (Luk. 6:26).

Wehe dieser Laodicea-Gemeinde und ihren politischen Bestrebungen! Wenn die Welt dich akzeptiert, dann kann es nur das Ergebnis davon sein, daß die Schande des Kreuzes entfernt wurde. Seit fast 2000 Jahren wurde die Gemeinde Jesu Christi von der Welt abgelehnt und verfolgt. Das Blut von Millionen verworfener Märtyrer schreit aus der Tiefe heraus.

Jahrhundertelang wurden vom Heiligen Geist geleitete Männer und Frauen Gottes auf dem Scheiterhaufen verbrannt, zersägt und wie die Tiere gehetzt und gejagt. Gottesfürchtige Heilige wurden enthauptet, andere wurden ertränkt, viele wurden den Löwen zum Fraß vorgeworfen. Die Bibel sagt, daß sie alle im Glauben starben und daß die Welt ihrer nicht würdig war. Soll ich jetzt auf einmal glauben, daß Jesus Seine Meinung geändert und sich entschlossen hat, das Zeitalter der Menschen mit einer lauwarmen, reichen, verzärtelten, prahlerischen und selbstorientierten Gemeinde zu beschließen? Wird die letzte Armee Gottes aus Wahlbezirksangestellten bestehen, die im Wahlkampf sind? Werden die Seelengewinner durch Bittsteller ersetzt werden, die auf den Landstraßen hinter den Zäunen herumlaufen, um Unterschriften für irgendwelche soziale Belange zu sammeln?

Gottes große Sorge gilt der Gemeinde, die behauptet, geisterfüllt zu sein.
Die tote, kalte und liberale Gemeinde ist seit langem ihren sündhaften Wegen verfallen – sie ist nicht Gottes Hauptsorge in diesen letzten Tagen. Es gibt ganze Konfessionen, die zu Heiden geworden sind – der Geist Gottes hat sie vor Jahren verlassen. Aber Gottes Blick ist auf beide gerichtet, die organisierten und nichtorganisierten, evangelischen und charismatischen Kirchen, Gemeinschaften und geistlichen Ämter. Aus diesem charismatischen Körper der Gläubigen heraus sind diese Predigten von Wohlstand entsprungen. Diejenigen, die behaupten, geistgetauft und geleitet zu sein, gehen dann hin und sagen: “Gott möchte, daß du reich bist, dein Besitz sich vermehrt und daß du in allen Dingen unabhängig bist.” Aus diesem Körper heraus wurden die neuen Lehren von der weltlichen Herrschaft geboren.

Ich bin schon seit über 30 Jahren ein charismatischer Prediger, und ich kann mit Paulus sagen: “Ich rede mehr in Zungen als ihr alle.” Aber ich bin betrübt über die Verleitungen und Falschlehren, die jetzt so viele unverständige charismatische Gläubige hinwegfegen. Riesige Mengen von ihnen wurden durch Lehren von Dämonen getäuscht, irregeführt, betrogen und fehlgeleitet.

Was Gott so beklagenswert findet, ist DAS GEMISCH, das in charismatische Kreise eingeführt wurde. Gemisch ist gleichbedeutend mit Lauheit. Man findet dieses Gemisch heutzutage überall, wo man nur hinschaut. Geh mal zum Beispiel zu einem sogenannten christlichen Rockkonzert. Was für ein unglaubliches Gemisch. Sie sagen gewöhnlich am Anfang: “Wir sind nur hier, um Jesus zu dienen und Ihn zu verherrlichen.” Du wirst ein nettes Gerede über Heiligkeit und Buße hören und daß man alles für Jesus aufgeben soll. Dann scheint plötzlich der Geist von Elvis Presley über sie zu kommen, und sie verwandeln sich direkt vor deinen Augen in herumtollende, schamlose, sinnliche Hardrocker. Bevor die Veranstaltung vorüber ist, wird man sie prahlen hören: “Wir werden Jesus dorthin mitnehmen, wo die Kirche niemals hingeht. In Bars, weltliche Konzerte, MTV! Wir beten, daß Gott uns die Ohren der Welt öffnet. Wir wollen dieselben Massen bekommen, wie sie die Welt bekommt.”

Wenn ich das glauben soll, was Jesus sagt, dann würden sie mit Tomaten gesteinigt und von diesem weltlichen Haufen von der Bühne heruntergepfiffen werden, das heißt, wenn sie wirklich im Geist dienen würden. Je mehr sie für Jesus sängen, um so mehr würden sie gehaßt und verachtet werden. Gospelsänger, die von der Welt gelobt und akzeptiert werden, haben die Gegenwart von Jesus verloren – genau das, was Ablehnung verursacht. Das Evangelium von Jesus Christus ist dem Juden ein Anstoß und dem Heiden eine Torheit.

Die Laodicea-Lüge enthält die Ablehnung der plötzlichen und nahe bevorstehenden Rückkehr von Jesus Christus. Kannst du glauben, was sie jetzt predigen? Sie sagen: “Jesus kann nicht kommen, ehe wir nicht die Erde unterworfen haben. Er kann nicht kommen, ehe wir nicht die Herrschaft übernommen haben und Ihn in eine Welt zurückbringen, die uns unterworfen ist.” Sie machen sich über die Vorstellung einer nahe bevorstehenden, unerwarteten Rückkehr von Christus lustig. Jesus sagt, das ist ein “böser Knecht”, der in seinem Herzen sagt: “Mein Herr kommt noch lange nicht” (Matth. 24:48). Diese Art von Lehre ist eine unmittelbare Folge von geistlichem Abfall, Lauheit und Lustlosigkeit, das Kreuz zu tragen. Wenn die Liebe für Jesus brennend ist, dann hat man eine Sehnsucht nach Seiner baldigen Rückkehr – eine Sehnsucht, “bei Ihm zu sein, Seine Herrlichkeit zu sehen!” Da aber die Sünde jetzt so überhand genommen hat, erkaltet die Liebe in vielen Menschen; Selbstaufopferung und Selbstverleugnung werden abgelehnt; und die Kirche rennt der Ehre und Macht dieser Welt hinterher. Sie spotten jetzt über die Vorstellung von Gläubigen, die “… innerhalb eines Augenzwinkerns verwandelt werden …” (1. Kor. 15:51,52, KJV). Sie haben das Kommen des Herrn in die ferne Zukunft gerückt, und ihr Hauptaugenmerk ist nicht auf das, was Christus tut, sondern auf das, was die Gemeinde tut, gerichtet. Das gegenwärtige Interesse ist nicht innerlich, sondern äußerlich, d.h. neue Mitglieder zu gewinnen, größeren Einfluß zu bekommen und ein weltliches Königreich zu errichten.

Jesus sagt: “Siehe, ich komme bald” (Offb. 22:12). Paulus schrieb: “Denn ihr selbst wisset genau, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht … Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, daß der Tag wie ein Dieb über euch komme” (1. Thess. 5:2,4). Petrus bestätigte auch die plötzliche Wiederkehr des Herrn: “Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb …” (2. Petr. 3:10).

Jesus warnte die Gemeinde von Sardes, immer wachsam und erwartungsvoll zu sein und Buße zu tun, um nicht überrascht zu werden. “Und halte es und tue Buße. Wenn du aber nicht wachen wirst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde” (Offb.3:1-3).

Warum sollte irgendein Christ wachen und auf der Hut sein, wenn das Kommen Christi auf eine weit entfernte Stunde verschoben sein sollte? Glauben wir nun modernen, lauwarmen Predigern, oder werden wir unseren Glauben auf das stützen, was Jesus sagte: “Darum seid auch ihr bereit! Denn des Menschen Sohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meinet” (Matth.24:44).

Jesus warnte uns: “Darum wachet! Denn ihr wisset weder Tag noch Stunde …” (Matth. 25:13). Auf dieselbe Weise lebten die neutestamentlichen apostolischen Christen im ersten Jahrhundert. Sie teilten Paulus’ ernsthaftes Verlangen, “abzuscheiden und beim Herrn zu sein.” Sie waren damit beschäftigt, die Arbeit des Herrn zu tun, Seine Gebote anzuwenden und ihnen zu gehorchen – aber wie Abraham suchten sie nach einer Stadt, deren Erbauer und Schöpfer Gott ist.

Die Prediger von “Königreich und Herrschaft” (diese falsche Lehre wird im Amerik. als die “Kingdom-Dominion- Theology” bezeichnet – Anm. d. Übers.) vergeistlichen alles, was mit der baldigen Rückkehr von Christus zusammenhängt. Aber wie kann man dieses äußerst praktische Gebot von Jesus vergeistlichen:

“So wachet nun; denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder des Morgens, auf daß er euch nicht schlafend finde, wenn er plötzlich kommt. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!” (Mark. 13:35-37).

Die Krone der Gerechtigkeit, die der Richter an diesem Tag vergeben wird, ist nur für “ALLE, DIE SEINE ERSCHEINUNG LIEB HABEN” reserviert (2. Tim. 4:8)! Ich frage dich: Wartest du auf Seine baldige Rückkehr? Sehnst du dich danach? Ist Sein Kommen, um die Auserwählten zu sammeln, immer noch deine Hoffnung? Für Paulus war es so, er schrieb: “Und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsres Heilandes Christus Jesus” (Tit. 2:13).

Die allerletzten Worte Jesu in der Bibel sind: “Ja, ich komme bald” (Offb. 22:20). Der Geist und die Braut sprechen: “Komm!” (Offb. 22:17). Was sagst du?

Was glaubst du wohl, wer das ist, der der Braut Zweifel über die baldige Rückkehr ihres Geliebten eingibt? Wer ist es, der versucht, ihre Gedanken auf weltliche Bahnen zu lenken und sie nicht auf die Herrlichkeit Christi zu konzentrieren, sondern auf ihre eigene Herrschaft und ihren Platz in dieser Welt? Wer würde der Braut wohl das Gefühl einer verlassenen Witwe geben, die von ihrem Bräutigam verlassen wurde, weil sie sich noch nicht durchsetzt und vorherrschend ist? Ganz sicher nicht der Heilige Geist – weil der Geist ausruft: “Herr Jesus, komme bald!” Hat der Herr Seiner Gemeinde befohlen, Sein Kommen hinauszuzögern und stattdessen ein weltliches Königreich der Gerechtigkeit zu errichten, oder hat Er uns befohlen, unsere Lampen mit Öl zu füllen, wachsam zu sein und jeden Augenblick für Seine Wiederkehr bereit zu sein? Lassen wir die Schrift diese Frage beantworten! “Lasset eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf daß, wenn er kommt und anklopft, sie ihm alsbald auftun” (Luk. 12:35,36). Dann fügte Christus diese Worte hinzu: “Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet” (Luk. 12:37). Warum sollte man wachen, warum auf der Hut sein, warum die Lenden begürten, warum in einem Zustand der Bereitschaft sein, wenn das Kommen Christi in die ferne Zukunft gerückt wäre, in Erwartung der militanten Aktionen der Kirche? Der Herr wußte, was mit der Gemeinde passieren würde, wenn sie gesagt bekommt: “Der Herr verzögert Sein Kommen.” Es würde Nachlässigkeit geben; man würde fressen und saufen und betrunken sein, man würde keine Notwendigkeit mehr sehen, sich vorzubereiten.

“Wenn aber derselbe Knecht in seinem Herzen sagen wird: Mein Herr verzieht zu kommen, und fängt an, zu schlagen Knechte und Mägde, auch zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen: so wird desselben Knechtes Herr kommen an dem Tage, da er sich’s nicht versieht, und zu der Stunde, die er nicht weiß, und wird ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm seinen Lohn geben mit den Ungläubigen. Der Knecht aber, der seines Herrn Willen weiß, hat aber nichts bereitet noch nach seinem Willen getan, der wird viel Streiche leiden müssen.” (Luk. 12:45-47)

Eine solche Unkenntnis der Gemeinde über ihren wahren geistlichen Zustand ist nur möglich, wenn der Heilige Geist betrübt und Seine Stimme zum Schweigen gebracht wurde. Wenn der Geist Gottes nicht mehr sprechen kann, geben sie sich ihren Illusionen hin, werden von Stolz besessen und werden arrogant und prahlerisch, wenn die Strafen Gottes über sie hereinbrechen. Gott sei Dank gibt es einen geheiligten, abgesonderten Überrest, der die Stimme des Heiligen Geistes hört, und er kann nicht getäuscht oder überrascht werden. Dies sind die Wächter, die die Schliche des Feindes erkannt haben; sie sind kühn genug, die seichten Lehren der Dämonen zu entlarven. Diejenigen, die hören, was der Geist sagt, wissen, was der Herr tun wird. Sie sehen den Sturm, der sich zusammenbraut – sie hören den näherkommenden Donner – sie wissen, daß Gott bereits das Haus Gottes und besonders ihre Nation richtet.

Die Laodicea-Gemeinde hat sich selbst ohne irgendeine Leitung des Heiligen Geistes erwählt, und zwar nicht, um die Welt zu erhellen, sondern um sie zu unterwerfen. Sie ist zur größten Lehrerin von Lügen im ganzen Universum geworden. Sie verläßt sich auf ihre eigene Kraft und Weisheit, wobei sie die antichristlichen Unwahrheiten mit der Wahrheit des Evangeliums vermischt. Sie hat sich entschieden, den großen Unterschied, den Christus zwischen der Gemeinde und der Welt gemacht hat, niederzureißen.

Wir müssen an der Vorstellung der Apostel vom Reich Gottes festhalten.
Die Apostel erkannten in der übernatürlichen Erscheinung des Königs eine Andeutung der Größe und Herrlichkeit Seines Reiches (2. Petr. 1:16). Da Er der fleischgewordene Sohn Gottes war, Der alle Macht im Himmel und auf Erden hatte, konnte Sein Reich, obwohl es sich auf der Erde befindet, nicht mit weltlichen Reichen verglichen werden. Sein Symbol war die Heilige Stadt, das Neue Jerusalem, das von Gott direkt vom Himmel zu uns kommt. Und da der König ein Mensch war, der von den Toten auferweckt und unsterblich gemacht wurde, und somit Gottes perfekter Herrscher für allezeit sein konnte, so müssen auch alle sein, die Seine Helfer bei der Verwaltung Seiner Regierung sein werden. Seine Könige und Priester müssen Ihm gleichgemacht werden; denn nur unter einer solchen himmlischen Regierung kann eine perfekte soziale Ordnung errichtet werden und alle Nationen in Frieden unter Seiner Macht leben.

Die Apostel unterschieden immer ganz klar zwischen dem gegenwärtigen priesterlichen Werk des Herrn im Himmel, das mit Seiner Auffahrt zum Himmel begann, und Seinem zukünftigen königlichen Werk auf Erden. Er ging zum Vater, um zum großen Hohepriester gemacht zu werden, der sich für immer und am allerheiligsten Ort für uns einsetzt. Wenn dieses Werk der Fürbitte einmal beendet ist und die Gemeinde, Sein Leib, gesammelt und vollkommen gemacht ist, erst dann wird Er erscheinen, um sich auf den Thron Seiner Herrlichkeit zu setzen und Sein Werk als Richter und König zu beginnen (Matth. 25:31). Mit Seiner Auffahrt zum Himmel wurde Ihm alle Autorität verliehen, aber Seine gegenwärtige Ausübung dieser Autorität geschieht durch göttliche Vorsehung und ist unsichtbar. Seine Autorität ist aber schon jetzt die alleroberste – obwohl die Welt Ihn noch nicht kennt oder als König anerkannt hat. Der Bereich Seiner sichtbaren Herrschaft ist nun in der Gemeinde selbst, wo Sein Wille durch den Geist offenbart wird, indem Er ihre Ämter und ihre ganze Verwaltung auserwählt. Erst wenn Er zurückkehrt und das Reich übernimmt, wird Seine Herrschaft über die Völker offenbart, und alle menschlichen Herrscher werden Ihn als Quelle ihrer ganzen Autorität anerkennen. Dann “nimmt er Seine große Macht an sich und regiert”. Bis zu dieser Zeit muß die Gemeinde in der Welt bleiben wie Er, ohne daß ihre göttlichen Anrechte anerkannt werden – verworfen und der Feindschaft und den Vorwürfen ausgesetzt. Erst wenn Er in Sein königliches Amt tritt, kann die Gemeinde mit Ihm regieren. Das ist die apostolische Vorstellung vom Reich Christi. Darin unterscheidet sie sich in großem Maße von den Leuten, die lehren, daß Christus die Kirche beauftragt habe, das Königreich in Seiner Abwesenheit zu führen und alle Völker unter ihren Gehorsam zu bringen, um Ihn als den König in eine Welt zurückzubringen, in der alle Feinde bereits unter Seine Füße gebracht wurden. Sie lehren, daß Christus erst zurückkommen kann, wenn alle Völker an Ihn glauben und Gerechtigkeit und Frieden die ganze Erde erfüllen. Das ist eine grundlegende Abweichung von der Lehre der Apostel. Rom hatte diese Lehre der Herrschaft schon vor Jahrhunderten voll und ganz entwickelt. Sie wurde von Augustin in seiner Schrift “Über den Gottesstaat” formuliert. Die Kirche erhob dann den Anspruch, im Auftrag von Christus während Seiner Abwesenheit zu regieren. Sie führten die Lehre bis zu ihrer logischen Schlußfolgerung durch, nämlich die absolute Vormachtstellung ihres Bischofs – des Papstes. Wenn die erste Liebe anfängt zu erkalten und die Rückkehr des Herrn sich auf unbestimmte Zeit verzögert, werden es die Laodicäer leid, ihr Kreuz zu tragen, und beginnen zu fragen: “Sind das nicht entmutigende Worte vom HERRN und den Aposteln, die man auf ihre eigene Zeit beschränken sollte? Soll diese Feindseligkeit der Welt gegenüber der Gemeinde denn bis zum Ende dauern? Wie läßt sich das mit ihrer himmlischen Mission und ihrem Evangelium der Liebe vereinbaren? Hat Er nicht gesagt, daß das Evangelium wie Sauerteig sein sollte, der die Mahlzeit durchsäuert, und wie ein Senfkorn, das zu einem Baum heranwächst? Sagte Er nicht: “Alle Macht gehört jetzt mir”? Nennt Er sich denn nicht selbst “Prinz der Könige auf Erden”? Muß der starke Mann, Satan, nicht gebunden werden, bevor wir ihm seine Beute rauben können? Und als im 4. Jahrhundert Konstantin, der römische Kaiser, ein Gläubiger wurde und das Christentum die kaiserliche Macht hinter sich hatte, wurde es fast zum Universalglauben, daß die Zeit des Leidens und der Verfolgung vorbei war. Von allen christlichen Seiten hörte man den jubilierenden Ruf: “Satan ist gebunden; der Tag des Triumphes ist gekommen; Christus regiert durch Seine Gemeinde!” Nun können die Prophezeiungen in Erfüllung gehen: “Alle Völker werden zu ihrem Licht kommen, und die Könige zum Glanz ihres Aufstiegs.” Als was für eine falsche Illusion hat sich das erwiesen! Die Laodicäer erkennen Satan nicht als Gott dieser Welt! Es gibt eine praktische Verleugnung der Macht Satans als “Fürst dieser Welt”. Sie können aber seine Existenz nicht abstreiten, denn sie wurde vom HERRN und von den Aposteln ganz klar bezeugt. Sie können auch nicht sagen, daß seine Macht besiegt wurde und er nicht länger zu fürchten ist. Paulus nannte ihn “den Gott dieser Welt” (2. Kor. 4:4), und Johannes sagte: “Die Welt liegt in dem Bösen” (1. Joh. 5:19, RV). In der Offenbarung (12:3) erscheint er unter dem Symbol des Drachens, als der aktive Feind Gottes und Seines Christus, und das bis zur Unterwerfung des Antichristen, bis er selbst gebunden ist (Offb. 19:20). Aber trotz all dieser eindeutigen Erklärungen und obwohl man verschiedene Formen satanischer Aktivitäten in einzelnen Menschen erkennen kann, behaupten die Laodicäer jetzt: “Satan regiert nicht mehr, er ist gebunden; er kann keinen effektiven Widerstand gegen unsere Einigkeit oder unsere missionarische Tätigkeit oder unsere Errichtung des Reiches mehr bieten. Es besteht jedoch wenig Übereinstimmung über den Zeitpunkt, zu dem er gebunden wurde. Sie bringen das Argument: “Wie kann das Reich Gottes errichtet werden, solange Satan und seine Engel immer noch ihre Macht auf der Erde innehaben?” In dem Glauben, daß sie den Angriffen dieses gerissenen und mächtigen Gegners nicht länger ausgesetzt sind, sehen sie keine Notwendigkeit für besondere Wachsamkeit. Der starke Mann ist gebunden; die Kirche kann ganz ruhig seine Beute austeilen; da er von der Erde verworfen wurde, kann die Kirche nun Besitz davon ergreifen. Was für eine raffinierte Verzerrung der Wahrheit!

Mit einer unglaublichen Arroganz prahlen sie, daß ihre Bischöfe nun ihre Plätze unter den Fürsten der Welt einnehmen können. Die Kirche ist nicht länger ein Pilger und Fremder; sie ist die Braut des Herrschers im Himmel, erhoben, um mit Ihm auf Seinem Thron zu sitzen, die Welt muß ihr unterworfen sein, und darum gehören alle hohen Ränge und Ehren ihren Führern in ihrer Eigenschaft als Adlige des Königs. Was für eine Arroganz! Christi Reich war niemals “von dieser Welt” und wird es auch niemals sein! Jesus sagte: “Mein Reich ist nicht von dieser Welt … mein Reich ist nicht hiervon …” (Joh. 18:36, KJV). Das stellt die Sache für mich klar, wie es bei allen Gläubigen sein sollte, die vor Seinem Wort erzittern. Was mich betrifft, so ziehe ich es vor, mit Christus an himmlischen Orten zu sitzen und unter denen zu sein, über die Henoch prophezeite: “Siehe, der Herr kommt mit viel tausend Heiligen” (Jud. 14). Die Laodicäer können diese Welt und ihre Reiche und ihre Herrlichkeit gern haben. Nachdem, was Petrus sagte, ist sie dazu bestimmt zu verbrennen. “So auch werden der Himmel, der jetzt ist, und die Erde durch dasselbe Wort aufbewahrt, daß sie zum Feuer behalten werden auf den Tag des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen” (2. Petr. 3:7). Kann man es noch deutlicher ausdrücken? “… und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrennen” (2. Petr. 3:10). Laßt die Überwindergemeinde zusammen mit Petrus ausrufen: “Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnt” (2.Petr. 3:13).

Gemeinde Christi laßt euch von keinem Menschen über die Rückkehr unseres Herrn täuschen! Tröstet euch mit der Verheißung unseres HERRN, “Denn er selbst, der Herr, wird mit befehlendem Wort, mit der Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden auferstehen zuerst. Danach wir, die wir leben und übrigbleiben, werden zugleich mit ihnen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in die Luft, und werden so bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander” (1. Thess. 4:16-18).

(Alle Bibelstellen wenn nicht anders gekennzeichnet nach der Übersetzung von M. Luther 1976; RV = Revised Version; KJV = King James Version)

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Jeremia 1, 10 Siehe, ich bestelle dich an diesem Tag über die Nationen und über die Königreiche, um auszureißen und niederzureißen, zugrunde zu richten und abzubrechen, um zu bauen und zu pflanzen

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Von diesem sechsfachen Auftrag sind vier Anweisungen destruktiv und nur die beiden letzten konstruktiv. Zu bauen und zu pflanzen – sicher eine großartige Arbeit. Doch mußte dem ein Ausreißen und ein Niederreißen vorangehen, Zerstörung und Abbruch. Das klingt ganz sicher drastisch. Dennoch war es unbedingt notwendig, wie der historische Hintergrund zeigt. Das jüdische Königreich war überwachsen von Unkraut, überbaut mit traditionellen Aufbauten. Diese mußten zuerst entfernt werden. Ein Bildersturm war notwendig. Etwas Zerstörung war erforderlich.

Lasst uns einmal in den Garten gehen und dort nach einem Gleichnis suchen. Wir gingen in einem schönen Garten umher, der auf einem ehemaligen Brachland entstanden war. Der Gärtner führte uns herum. “Das sind hübsche Rosen”, sagten wir zu ihm. “Ich habe sie gepflanzt”, antwortete der Gärtner mit berechtigtem Stolz. “Welch eine anmutig geschnittene Hecke”, bemerkten wir als nächstes. “Ich habe sie beschnitten”, sagte er.”Wer ist für die bezaubernde Blumeneinfassung verantwortlich?” Wieder nahm der Gärtner lächelnd die Ehre entgegen. Während wir weitergingen, machten wir uns Gedanken darüber, daß der Mann ein großartiges Zeugnis seiner gärtnerischen Geschicklichkeit und Fähigkeiten hinterlassen hatte.

Am Gartentor trafen wir einen alten Mann, der einen rauchenden Abfallhaufen beobachtete. “Was haben sie getan?” “Im Garten gearbeitet” sagte er. “Nun denn, was haben sie vorzuweisen als Frucht ihrer Arbeit?”"Gar nichts” war seine Antwort. “Dann können Sie nicht gearbeitet haben!” sagten wir zu ihm. “Das stimmt nicht”, bemerkte er, “als wir hier ankamen, war dieser Garten ein wüstes Stück Land, überwachsen mit Unkraut, voller Steine und Sand, sumpfig an der einen Ecke und im Ganzen gesehen ziemlich hoffnungslos.” Unser Interesse war geweckt. “Ich habe also das Land aufgebrochen und das Unkraut zerstört, die Steine ausgegraben und den Sand hinausgekarrt und es war meine Aufgabe, die sumpfige Ecke trockenzulegen.” Wir hörten mit steigender Anerkennung zu. Ich sage nichts gegen den anderen Mann, der den Garten angepflanzt hat. Er hat seine Aufgabe gut bewältigt. Aber wohin hätte er pflanzen können, wenn ich nicht zuerst das Unkraut ausgegraben und vernichtet hätte? Die Arbeit beider Männer war notwendig, aber das Ausgraben und Vernichten des Unkrautes mußte vor dem Pflanzen der Blumen und Büsche geschehen.

Laßt uns die erste Arbeit des Entwurzelns und der vollständigen Zerstörung des Unkrautes im Gedächtnis behalten. Eine der großen Schwächen bei vielen Diensten heute, ist der Versuch, guten Samen zwischen Dornen zu säen. Die Dornen wachsen weiter empor und die Samen werden dadurch erstickt, trotz der guten Absichten der Menschen, die sie ausstreuten.Same, der in vorbereiteten Grund gesät wird, benötigt lediglich die Einwirkung der Elemente um zu seiner Zeit Frucht hervorzubringen. Same, der am Wegesrand, auf dürres Land oder zwischen Dornen fällt, ist von vorne herein in seiner Lebensfähigkeit ernsthaft bedroht. Genauso, um ein anderes Bild zu benutzen, ist ein Christ, dessen Beziehung zu Gott in Ordnung ist, generell hungrig nach den großen Wahrheiten und Verheißungen des Evangeliums. Eine konstruktive Botschaft ist dann nicht nur erstrebenswert, sondern notwendig. Gute Nahrung, das allerbeste vom Getreide – das Evangelium Christi – wird von den Christen, die in Harmonie mit Gott leben, eifrig aufgenommen. Doch befinden sich nicht alle Christen in einer richtigen Beziehung mit ihrem Herrn. Der gegenwärtige offensichtliche Mangel an Erweckung resultiert überwiegend aus der Tatsache, daß die Mehrzahl der Christen den Kontakt mit der Quelle göttlicher Kraft verloren haben. Selbst bei christlichen Konferenzen ist es deshalb zuerst notwendig, die Dinge im Leben der Teilnehmer in Ordnung zu bringen.

Wenn man einem kranken Magen eine Überdosis Schlagsahne gibt, riskiert man Verdauungsstörungen. Auch einem kranken Magen schmeckt Sahne viel besser als bittere Medizin, dennoch ist die bittere Arznei notwendig und verhindert nicht den freudigen Genuß wohlschmeckender Speisen später – sie wird eher einen Appetit auf gute Gesundheit hervorrufen, der sich von den falschen Gelüsten der Verdauungsstörung wesentlich unterscheidet.

Zum Beispiel ist die herrliche Botschaft der Position jedes Gläubigen in Christus ein Trost für viele Seelen. Sie kann jedoch nicht viel Segen in das Leben eine starrsinnigen Christen bringen, der in Ungehorsam und bewußter Sünde lebt. Er muß sich zuerst entsprechend der Lehre von Buße und Sündenbekenntnis und Reinigung verhalten, bevor er von anderen Wahrheiten Trost empfängt.

Ich hörte einmal von einer Gemeinde, in deren Versammlungen Woche für Woche die beste Schlagsahne der Lehre zu finden war. Ausgehend von der Qualität der erhebenden Botschaften dort hätte man erwartet, daß man die Gemeindeglieder auf den höchsten himmlischen Ebenen antreffen würde. Statt dessen kam es in dieser Gemeinde zu einem Streit, in dessen Gerangel sogar Brot und Wein des Abendmahls verschüttet wurden. Die Polizei mußte gerufen werden, um die Ordnung wieder herzustellen. Offensichtlich war dort mehr als Schlagsahne von Nöten. Medizin war dringend erforderlich.

Die Wahrheit über unsere Stellung als Christen kann nicht gewinnbringend gepredigt werden, bevor die Lehre über unseren Zustand nicht ihre Auswirkungen gezeigt hat. Wirf den Schweinen keine Perlen hin. Dieses Problem ist so groß, daß sobald ein Pastor Sünde unter Gläubigen beim Namen nennt und Reinheit des Lebens einfordert, die Kritiker sich über Selbstbezogenheit beschweren und einige behaupten, er würde die Augen der Gläubigen von Christus weg auf die Menschen und ihre Schwächen richten.

Ich machte einmal die beglückende Erfahrung, in England bei einer großen und dort sehr bekannten Konferenz sprechen zu dürfen. Unter den Verantwortlichen stand fest, daß ich die Freiheit hatte, die zur Verfügung stehende Zeit zu verdoppeln, wenn der Segen im erhofften Maße hervorbrechen würde. Mit dem niederreißenden Dienst beginnend benutzte der Herr Sein Wort, um eine tiefe Erkenntnis der Herzen hervorzurufen. Der Ort war getränkt. Christen wurden zu Bekenntnis und Buße geführt und viele Seelen wurden gerettet.

Im Gegensatz dazu sprach ich nicht weit davon entfernt bei einer anderen Konferenz. Es war eine Zusammenkunft von hohem Ansehen. Ich fühlte mich geleitet, zuerst über das Versagen der Gläubigen zu sprechen und über die Notwendigkeit, mit Gott ins Reine zu kommen, bevor man die guten Gaben des Festes genießen konnte. Die nächsten Sprecher schienen den Wert eines solchen Vorgehens anzuzweifeln und ihre Botschaft war “Du bist vollkommen in Christus, also mach dir keine Sorgen über diese unscheinbaren Kleinigkeiten. Gott akzeptiert dich in dem Geliebten und du mußt dich nicht darum kümmern”. Tagelang gab es diese Gegenströmung von Botschaften. Ich glaubte mit meinem ganzen Herzen an die Wahrheit dieser Predigten, aber nach meiner Meinung war die Zeit noch nicht reif für ihre Anwendung.Mit schwerem Herzen betete ich um Leitung bezüglich der Fortführung meiner Botschaft. Der Herr legte einen Text, einen für mich neuen Text, in mein Herz und ich predigte ihn. Bevor ich dran war, beschäftigte sich ein Redner mit den herrlichen Verheißungen Gottes, Verheißungen, die an gehorsame Kinder gerichtet waren. Darauf folgte dann meine Gelegenheit. “Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes und die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes.” (2. Korinther 7, 1) Das stellte schließlich die Verbindung her, aber es fand keine große Erweckung statt. Es hat mir aber viele Wahrheiten enthüllt. Laßt uns einander mit den großen Wahrheiten über unsere Stellung in Christus ermutigen und trösten. Aber laßt sie uns nicht als Ausrede benutzen, indem wir sagen, daß unsere “Vollkommenheit” in Ihm uns gestattet, bewußte Sünde mit einem Augenzwinkern abzutun.

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